Möhrsdorf
Dorf-Geschichte
1264
wird Möhrsdorf in einer Urkunde des Klosters Marienstern erstmals erwähnt, der Name ist Meinhardisdorf. Eine Mühle muss an das Kloster einen geringen Zins zahlen.
13./14. Jahrh.
nach Knothe „Geschichte des Oberlausitzer Adels“ gehört Möhrsdorf zu den Partinenzorten von Pulsnitz.
1420
werden die Gebrüder von Ponickau auf Elstra neben einigen anderen Dörfern laut Lehnbrief mit Möhrsdorf belehnt, der Ort wird Meymersdorf genannt.
1429
wird Möhrsdorf auch von den Hussiten heimgesucht, wahrscheinlich hat es das gleiche Schicksal wie Gersdorf erlitten.
1443
wird das Dorf wieder einem Herrn auf Pulsnitz zugeordnet, es ist Hanns von Ponickau.
1455
in einem Königlichen Lehnbrief erhält die Herrschaft Pulsnitz Ober- und Untermeinersdorf.
1518
nach langem Rechtsstreit gelangt Nickel von Ponickau auf Hähnichen und Elstra in den Besitz von Möhrsdorf.
1633
wird Wolf von Ponickau von seinem Vater Hans Fabian von Ponickau auf Elstra und Prietitz und Möhrsdorf belehnt. Von dieser Zeit an hat der Adel das Bestreben, im Dorf einen Herrensitz zu schaffen.
1658
begann die erste Enteignungswelle: „Frenzels Gutt“, „Bernds Gutt“
und das „Hübnersche Gutt“ werden zum Rittergut geschlagen.
1707 bis 1709
standen die Bauern gegen den Rittergutsbesitzer Heinrich von
Nischwitz auf, der zu Lasten der Untertanen neue Dienste
verlangte. Die Empörung wuchs derart, dass die Bauern
mit Sensen, Gabeln und Stöcken auf den Hof zogen
und Nischwitz bedrohten. Bauer Jordan verprügelte den
Gutsverwalter; über den Ausgang gibt es keine konkreten Angaben.
1711 bis 1727
sind weitere 5 Bauerngüter von der Herrschaft eingezogen worden.
Etwa 60 Prozent der Dorffluren gehören nun dem Rittergut.
1832
alle Bauern, Gartennahrungsbesitzer und Häusler können sich
von den Abgaben und Frondiensten freikaufen.
1850
werden eine Anzahl Steinbrüche eröffnet, die männlichen
Einwohner finden dort Lohn und Brot
1853
bauen sich die Möhrsdorfer ein Schulhaus
1932
der in freiwilligen Arbeitseinsätzen gebaute Sportplatz wird
eingeweiht, der Ort erlebt ein erhebendes Fest
1945
formiert sich die freiwillige Feuerwehr, vorher bestand schon seit
sehr langer Zeit eine Pflichtfeuerwehr
1958
am 14.02. stimmen die Möhrsdorfer Gemeindevertreter
mit 7 zu 3 Stimmen einer Eingemeindung mit Gersdorf zu.
1962
baut sich die freiwillige Feuerwehr in unbezahlten Arbeitseinsätzen
ein Gerätehaus, das am 5. August geweiht werden kann
Rittergut Möhrsdorf
Das Herrenhaus vom Rittergut Möhrsdorf ist 1690 erbaut worden, dahinter entstand ein Park. Nach der Bodenreform waren Bestrebungen im Gange, das Gebäude zu beseitigen. Der Abriss erfolgte 1950/51.
© Text und Bilder aus Gersdorf-Möhrsdorf -Ortsbeschreibung mit historischen Ansichten- und der -Hartmann Chronik- von Kurt Hartmann
Möhrsdorf heute
202 Einwohner (Stand 31.12.2025)
Die frühere Dorfschule von Möhrsdorf im Haselbachtal wird zu neuem Leben erweckt. Sie bietet Raum für Ideen und Gemeinschaft. Mit dem Verkauf an die Stiftung Pro Gemeinsinn, deren Geschäftsführerin Anne-Kathrein Zöllner ist, beginnt eine neue Ära. Aus der alten Dorfschule wird ein lebendiger Ort für Bildung, Kunst, Kultur und das Miteinander im Dorf. Somit gewinnt der Ort seine lebendige Dorfmitte zurück. Das Haus der Stiftung verbinde die Vergangenheit mit der Zukunft.
Link zur Neueröffnung
*) FOTO`s Stiftung Pro Gemeinsinn gGmbH












