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Bischheim

Geschichtliche Ereignisse

Das frühere Waldhufendorf Bischheim liegt zwischen den Städten Kamenz, Elstra, Pulsnitz und Königsbrück, eingebettet in den sanften Hügeln des Lausitzer Berg- und Hügellandes.

 

Im 8. Jahrhundert wanderten die „Milzener“ (westslawische Stämme) in der Region ein und wurden sesshaft. Nachdem diese durch König Heinrich I. ab Mitte des 10. Jahrhunderts aus der Oberlausitz verdrängt wurden waren, kamen im 11. und 12. Jahrhundert über die „Hohe Straße“ oder die „Via Regia“ Siedler aus südwestlicher und westlicher Richtung (Franken und Hessen). Alte slawische Orte wurden erweitert oder neue Orte gegründet.

 

Der Sage nach soll Bischof Benno zu Meißen von 1060 bis 1106 hier ein Lustschloss besessen haben in welchem er auf seinen Reisen vom heutigen Meißen nach Bautzen gewöhnlich übernachtet habe.

 

Im Archiv des Klosters Sankt Marienstern befindet sich eine durch Bischof Benno II. von Meißen am 19.05.1225 unterzeichnete Urkunde in der erstmalig Bischheim – „Curandus des Bischhofesheim – plebanus“ erwähnt ist. In den Folgejahren wurde das Kirchdorf Bysschofsheym (1328), Bischofsheym (1420) und schließlich ab 1589 Bischheim genannt.

 

Bis zum Jahr 1438 übten die Burgherren von Kamenz das Lehnrecht über die Fluren der gesamten Umgebung aus. Die auf Lebenszeit mit dem Vorwerk belehnten Ritter oder Inhaber haben nicht unbedingt in Bischheim, jedoch in der näheren Umgebung gelebt.

 

Die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges verunsicherten auch in Bischheim die Bewohner. So wurden ein hochbetagter Bauer im Dorf und der Ortsrichter erschossen, 4 weitere Bewohner getötet und die Pfarrgemeinde von brandenburgischen Truppen ausgeplündert. Neben den kriegerischen Handlungen brachte die Pest in den Kriegsjahren von 1631 bis 1634 zusätzlich Not und Elend. Durch den Krieg war auch das Rittergut in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und so sah sich der Besitzer Hans Friedrich von Ponickau zum Verkauf an den Kurfürstlich-Sächsischen Stallmeister und Kammerherrn Nicolaus von Maxen gezwungen. Danach wechselte das Rittergut fast nur noch im Erbgang den Besitzer. In den Jahren um 1752 entstand die Parkanlage im französischen Rokoko-Stil, die Umgestaltung in den englischen Stil erfolgte von 1880 bis 1885. Ende des 19. Jahrhunderts ging das Herrenhaus in den Besitz der Familie von Bünau. 

Das Herrenhaus um 1940
Das Herrenhaus nach dem Brand 1945

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden etwa 560 Einwohner mit überwiegend evangelisch-protestantischem Glaubensbekenntnis gezählt, 107 Hausnummern waren vergeben. Darunter befanden sich die Kirche, die Pfarre, die Schule, das Gemeindehaus, eine Schenkwirtschaft, eine Mühle, zwei Schmieden, 19 Bauerngüter, eine Großhäusler-, 12 Gärtner- und 17 Häuslernahrungen und 50 Häuser ohne Feld, deren Besitzer Leineweber, Bandmacher, Zimmerleute, Maurer, Schneider, Schumacher, Fleischer, Maschinenbauer und Wagner waren. Die Einwohnerzahl erhöhte sich durch den Zuzug von Steinarbeitern Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts.

 

Außerdem ist eine zweite zu Hennersdorf gehörige Mühle aufgeführt, die Obermühle. In der Mitte des Dorfes stand ein sehr ansehnliches Rittergut mit einem an die 

Brennerei angebauten Mühlwerk sowie ein Lustgarten, der durch ein Gewächshaus, einen Park mit Kaskaden und Teichen verschönert wurde. Erwähnt wurden auch ein herrschaftliches Beigut, das Niedergut, sowie das als „Weidigt“ bezeichnete Vorwerk. Das Herrenhaus wurde zum Ende des 2. Weltkrieges 1945 geplündert und niedergebrannt, der damalige Besitzer Herr Rudolf von Bünau enteignet.

Mühle
Obermühle
Schloss und Pflegeheim

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchs in Bischheim das Bedürfnis nach sportlicher Betätigung. Am 14.12.1879 wurde der Turnverein Bischheim gegründet. Es entstanden das Freibad „Wiesengrund“ (1932), ein Sportplatz (1920er Jahre) sowie der Neubau von Sporthalle (1971) und Stadion (1975).

 

Am 1. Januar 1969 wurden die Gemeinden Bischheim und Häslich vereinigt.

 

 

© Bild und Text aus der Chronik 800 Jahre Bischheim 1225-2025

Luftaufnahme
Postkarte
Steinabbau
Schule

 

Und das ist Bischheim heute

1.065 Einwohner (Stand 31.12.2025)

 

11_Park_Bischheim

Park Bischheim

  • 5,6 ha großer Park mit Pavillion & Gondelteich, zur Rhododendron- und Azaleenblüte besonders reizvoll

  • auch Veranstaltungsort, u.a. zum jährlichen "Tag der Parks und Gärten"

Freibad "Wiesengrund"

  • In den Auwiesen des Weißbach gelegen

  • 1000 m² großes Bassin mit Planschbecken, Breitwasserrutsche (NEU 2026), Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich

  • Volleyballplatz, Liegewiesen, Campingplatz mit Finnhütten, Caravanstellplätzen, Ferienhaus, Imbissversorgung

Luftbild vom Freibad Wiesengrund