Geschichte

Aus der Häslicher Ortschronik

Heute: Alte Sitten und Gebräuche (1)

Bei vielen Einwohnern ist es heutzutage üblich, dass am Wochenende Hausputz gemacht wird.
So war es auch schon früher. Der Sonnabend war den Hausfrauen und Mägden vorbehalten, um den Fußboden in ihren guten Stuben zu scheuern. Entsprechend deutscher Hausfrauenart wurden die Dielen und in Wirtshäusern und auch die hölzernen Tische blitzblank gescheuert. Anschließend streute man  auf die sauberen Dielen weißen Sand, damit die Stube lange rein bleibt und nicht vom Schmutz der Straßen, der an den Schuhen hereingetragen wurde, zu schnell verdreckte.
Dieser Sand wurde in regelmäßigen Abständen von einem Sandhändler angeliefert, auch Sandmann genannt. Er kam entweder mit einem Pferdefuhrwerk oder mit Handwagen. Aus den Häusern kamen die Frauen mit Eimern, um den begehrten Sand zu kaufen, abgemessen nach Liter bzw. Metzen (altes Hohlmaß zwischen 3,4 und 80 Liter).

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Aus der Häslicher Ortschronik

Heute: Alte Flurbezeichnungen

Mit dieser sicher nicht ganz vollständigen Zusammenstellung sollen die alten Flurbezeichnungen von Häslich den Jüngeren nahe gebracht und den Älteren ins Gedächtnis zurückgerufen werden:

Als Kümmerholz wurde der Wald hinter den Wiesen bezeichnet, die sich hinter dem letzten Grundstück auf der rechten Seite Richtung Neukirch erstrecken. Er reicht im Norden bis zur Grenze zwischen Schwosdorfer und Häslicher Flur. Die Trebe (Viehtreibe) war der Weg, auf dem das Vieh über Rohrbach nach Wiednitz zum Viehmarkt getrieben wurde. Er führte auf der heutigen Bergstraße bis zum Grundstück Nr. 30, biegt dort links ab und führt geradeaus bis zur Reichenbacher Flur. Der Waldstreifen links entlang der Straße nach Schwosdorf wurde bis zur Aufteilung des gräflichen Besitzes 1945 Viebigstreifen genannt.

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Aus der Häslicher Ortschronik

Heute: Die Hochzeit früher

Früher war vieles anders. Bis ins 18. Jahrhundert hinein besaßen die Fronherren das sogenannte „Recht der ersten Nacht". Die Braut musste (oder durfte?) die Nacht vor ihrem Hochzeitstag beim Fronherren oder dessen Sohn verbringen.

Man hat sich früher erzählt, dass August der Starke, der von 1670 bis 1733 lebte und Kurfürst von Sachsen und König von Polen war, auf diese Weise zu den ihm nachgesagten mehr als 350 Kindern gekommen sein soll. Wann dieses Recht in unserer Gegend aufgehoben wurde, lässt sich nicht nachweisen.Bei den Bauern legten meist die Eltern das künftige Ehebündnis des Sohnes bzw. der Tochter fest. Handelte ein Bauernsohn nicht nach dieser Absprache, wurde er vom Erbe ausgeschlossen.

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Aus der Häslicher Ortschronik - Beinamen

Zu den früheren Beinamen im Ort

Wie vielerorts wurde auch in Häslich früher den Bewohnern ein Beiname gegeben. Hier sollen einige dieser überlieferten Namen ins Gedächtnis gerufen werden:

Haus Nr. 3

(August Kühne, heute Fam. Jürgel) nannte man „Schlappenkühne“; wahrscheinlich hat einer der Vorfahren Pantoffeln hergestellt.

Haus Nr. 12

(Traugott Schmidt, heute Reiner Paditz) hieß bei „Traugott’s“,

 

damit die Schmidt’s besser zu unterscheiden waren.

Haus Nr. 13

(Gastwirt Reinhold Richter, heute Johannes Richter) war und ist noch heute der „Platen“, weil der damalige Besitzer, der einen Kahlkopf hatte, von den in den Steinbrüchen arbeitenden Bayern Platen genannt wurde.

Haus Nr. 19

(Edwin Barth, heute Siegfried Zech) war der „Windmacher“, da dieser bei jeder Angelegenheit immer sehr aufschnitt.

Haus Nr. 19b

(Gastwirt Rudolf Rudolph, heute Friedrich Rudolph). Die Gastwirtschaft nannte man das „Kamel“; wahrscheinlich stammte der Ausspruch vom früheren Besitzer Richard Rudolph.

Haus Nr. 19c

(Hellmuth Menschner, heute Fritz Menschner) hieß â€žLeim“. Man sagte, er habe Leim an der Hose, weil er immer als Letzter das Gasthaus verließ.

Haus Nr. 20b

(Schmied Emil Johne, heute Adolar Johne) hieß â€žBonjott“; eine Erklärung hierfür fehlt.

Haus Nr. 21

(Heinz Rietschel, heute Dieter Berndt) nannte man bei „Schweineschneiders“, weil der frühere Besitzer Bruno Schäfer und einige seiner Söhne Viehkastrierer waren.

Haus Nr. 22

(Melanie Menschner, heute Liesel Seifert) wurde „Nettels“ genannt, da der frühere Besitzer Alwin Rietschel in der Kapelle die Klarinette spielte.

Haus Nr. 25

(Walter Rocks, heute Fam. Rafelt) hieß bei „Tambours“. Der frühere Besitzer Alwin Todtermuschke war als aktiver Soldat Tambour (Trommler).

Haus Nr. 27

(Kothig, heute Frieder Melzer) nannte man „Gentsch-Rich-ter’s“, wahrscheinlich nach den ehemaligen Besitzern.

Haus Nr. 28

(Adele Janatschke, heute 4-Seithof) wurde „Johnen-Richters-Lau“ genannt, wahrscheinlich nach den vorherigen Besitzern.

Haus Nr. 32

(Pofandt’s Erben, heute Andre Lehmann) hieß aus gleichem Grund „Repp’s-Prescher’s“.

Haus Nr. 33

(Rat der Gemeinde, heute Eberhard Paditz) hieß â€žGliemen-Richter“, weil der ehemalige Besitzer August Richter vorher beim Bauer Gliemann im Auszugshaus wohnte.

Haus Nr. 36b

(Erwin Träber, heute Helga Schäfer) hieß â€žTräber im Felde“, weil es an der Reichenbacher Straße vom Ortseingang bis zur Einmündung der Dorfstraße das einzige Gebäude auf der rechten Straßenseite war.

Haus Nr. 36d

(Reppe’s Erben, heute Hans Schäfer) waren „Schusterreppe’s“; wahrscheinlich war einer der Vorfahren Schuhmacher.

Haus Nr. 39

(Paul Hermann, heute Hardy Kühne). Die Mutter von Paul Hermann hieß â€žBannerlore“, angeblich war ihr Vater Bannerträger gewesen.

Haus Nr. 40

(Maria Förster, heute Eveline Baumgartner) Sein Erbauer war Bruno Großmann, genannt „Balsam“. Wenn er einen über den Durst getrunken hatte, sagte er, der Alkohol sei Balsam.

Haus Nr. 42

(Hermann Menschner, heute Jürgen Schäfer) waren „Schneiderliebs“, weil von 3 Generationen vorher das Schneiderhandwerk betrieben wurde.

Haus Nr. 42b

(Mager’s Erben, heute Manfred Grimm) wurde nach seinem Erbauer bei „Ullrich’s“ genannt.

Haus Nr. 42d

(Schneidermeister Max Schmidt, heute ?). Um die Schmidts auseinanderzuhalten, hieß es hier nach dem Erbauer bei „Gustav’s“.

Haus Nr. 43

(Walter Hommel, heute Andreas Hommel) war nach einem früheren Besitzer bei „Franke’s“.

Haus Nr. 44

(Erwin Reppe, heute Ludwig Reppe/Gerd Vetter) wurde „Viebig-Reppe“ genannt, weil der Weg am Grundstück über den Viebig nach Niederlichtenau führte.

(Auf der Grundlage der Häslicher Ortschronik von Paul Muschke niedergeschrieben von Jürgen Schäfer, Ortschronist)

 

 

 

Aus der Häslicher Ortschronik Entstehung des Ortsnamens Häslich

Aus der Häslicher Ortschronik
Zur Entstehung des Ortsnamens
300 Jahre Häslich
Erstmals genannt wurde der Ort Häslich im Jahre 1338 unter der Herrschaft der Herren von Kamenz unter dem Namen Hezelech; es gehört zur Kirchgemeinde Bischheim.
Um 1380 heißt der Besitzer des Dorfes Henricus de Hezelecht, was so viel bedeutet wie Haselgesträuch.
Durch brüderliche Sonderung gelangte Hezelecht 1417 in den Besitz von Heinrich, Herr von Kamenz auf Pulsnitz.
1453 ist im 14. Buche Wladislaws Schloss und Stadt Pulsnitz genannt, wobei Thiemendorf und Heselicht als Lehen erwähnt sind.
Caspar von Schlieben zu Pulsnitz tritt in Vollmacht seines Bruders das Gut Heselicht 1534 in Erbteilung an seine Brüder Balthasar und Eustachius ab.
1580 gehört das Gut Heselich zur Herrschaft Pulsnitz, des Obersten Herrn Wolf von Schönberg.
Bis 1603 blieb Heselich im Besitz von verschiedenen Pulsnitzer Gutsherrschaften, gelangte danach in den Besitz der Herren von Brauna.
Wolf Georg von Schönberg auf Brauna besitzt 1612 u.a. die Orte Haselicht und Rohrbach.
1637 erhält Hans Wolf von Schönberg das Gut Häselich.
Und genau am 8. Dezember 1706 war es, als der Ort erstmals in seiner heutigen Schreibweise genannt wird, nämlich als Herr Wolf Georg von Schönberg stirbt und seiner Tochter, Frau Sallone von Dallwitz, Häslich vererbt.
Also feiern die Häslicher Einwohner an diesem Tag den 300. Geburtstag ihres Ortsnamens!
Jürgen Schäfer, Ortschronist
 

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